Eine persönliche Entscheidung?

Immer mehr Menschen machen sich darüber Gedanken, ob es in der heutigen Zeit noch ethisch vertretbar sei, Fleisch zu essen. Es ist dabei wichtig, die weitreichenden Folgen des Fleischkonsums zu bedenken. Neben der Ausbeutung anderer Lebewesen, welches das
naheliegendste Argument darstellt, spielen Umweltschutz, aber auch Menschenrechte eine wesentliche Rolle.
Schweine, Rinder, Hühner und andere sogenannte „Nutztiere“ sind nicht
für den Verzehr, zu modischen Zwecken oder zur Belustigung des
Menschen gedacht. Ebenso wie wir fühlen sie Schmerz und haben Gefühle.
Zur „Produktion“ von Fleisch werden diese Lebewesen unter erniedrigenden Umständen gehalten. Auf engstem Raum werden sie zusammengepfercht (z.B. hat ein Huhn nicht mehr als einen Platz der Größe eines DIN A4 Blattes zur Verfügung), entwickeln durch Traumata Verhaltensstörungen (die sich u.a. in Kannibalismus äuß
ern) und werden anschließend unter Stress in die Schlachthöfe transportiert, wo ihr Leben
unter unwürdigen Bedingungen beendet wird. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie auf bio-zertifizierten Anlagen leben mussten oder nicht. Auf ersteren haben die Tiere
in ihrem kurzen Leben vielleicht ein paar Zentimeter mehr Platz und werden mit weniger Antibiotika behandelt, die Qual in der Mast bleibt dabei aber die gleiche.
Ebenfalls sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Tiere aus der
Biohaltung im gleichen Schlachthof landen, wie die Tiere aus der
konventionellen Haltung. Sie erleiden den gleichen Stress und sind den
gleichen Schlachtbedingungen ausgesetzt.

Letztlich bleibt festzustellen:

Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren, nur von toten!

Einige Fakten über Fleisch:

– Im Jahr 2014 wurden 58,7 Millionen Schweine, 3,5 Million
en Rinder, 728 Millionen Hühner und 990.000 Schafe allein in DE geschlachtet.
– Im gleichen Jahr stieg die erzeugte Fleischmenge um 1,3 % gegenüber 2013, trotz des stagnierenden Verzehrs von Fleisch in der Gesellschaft.
– Vor dem Schlachthof sterben bereits 20 % aller Schweine, bei Hühnern und Rindern beträgt der Anteil sogar über 20 %. Diese Zahlen sind bereits in die Preiskalkulation des Endprodukts mit eingeflossen.
– Lt. der Bundestierärztekammer werden ca. 10 % der geschlachteten Kühe tragend– überwiegend in einem fortgeschrittenen Trächtigkeitsstadium!–geschlachtet.
– Akkordarbeit, aber auch schlecht angelerntes–nicht immer ausgebildetes!–Schlachtpersonal begünstigen Fehler bei der Betäubung der Tiere, was zur Schlachtung bei vollem Bewusstsein führt. 4-9 % der Rinder sind mangelhaft bzw. gar nicht betäubt, bei Schweinen sind es bereits 10-12 %.
– Viele polnische, rumänische oder bulgarische Leiharbeiter werden über ausländische Subunternehmer angestellt. Diese Methode hebelt den Mindestlohn aus. Stundenlöhne unter 5,00€/Stunde sind dabei keine Seltenheit.
– Für die Erzeugung eines Kilogramms Schweinefleisch wurden im Jahre 2010 drei Kilogramm an Futtermittel benötigt, für ein Kilogramm Rindfleisch sogar zehn Kilogramm Futtermittel. Für die Produktion von Nahrungsmitteln direkt für den Menschen wären die Nutzflächen viel effizienter zu verwenden. Weltweit wandern von der Jahresernte an
Getreide wie Weizen oder Hafer mehr als 40 Prozent in die Futtertröge. Das sind fast 800 Millionen Tonnen. Hinzu kommen 250 Millionen Tonnen Ölschrote, etwa aus Sojabohnen.
– Der Megaschlachthof Wietze in Niedersachsen ist nach völliger Auslastung der größte Schlachthof Europas. Das Schlachtvolumen beläuft sich auf 135 Millionen Schlachtungen im Jahr.
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